Sonnenuntergang
Als Sonnenuntergang bezeichnet man das scheinbare Verschwinden (Untergang) der Sonne unter dem Horizont oder den Zeitpunkt dieses täglichen Phänomens im Sonnenlauf sowie die Himmelserscheinung insgesamt mit allen ihren Phänomenen.
Wegen des Sonnendurchmessers, der im Winkelmaß 0,52 bis 0,54° beträgt, dauert der Sonnenuntergang von der ersten Horizontberührung bis zum Versinken in Mitteleuropa 3-4 Minuten. Am Äquator verkürzt sich der Vorgang wegen der steileren Sonnenbahn auf 2,1 Minuten.
Wo der Untergangspunkt am Horizont liegt, hängt außerhalb der Tropen stark von der Jahreszeit ab. Zur Tagundnachtgleiche ist er fast genau im Westen, im Dezember/Januar hingegen für Mitteleuropa etwa im Südwesten, und im Juni/Juli im Nordwesten. Die mögliche Richtung variiert also um fast 90 Grad.
Die Bezeichnung „Sonnenuntergang“ ist ein sprachliches Relikt des geozentrischen Weltbildes: denn nicht die Sonne bewegt sich, sondern der Betrachter überschreitet die Tag-Nacht-Grenze infolge der Erdrotation. Es handelt sich also um ein Unterschreiten des örtlichen Horizonts durch die Sonne. Auf den Sonnenuntergang folgt die Zeit der Abenddämmerung, die je nach geografischer Breite unterschiedlich lang ist.
Die gegenteilige Erscheinung am Morgen ist der Sonnenaufgang. Beide Phänomene sind gegenüber der tatsächlichen Winkelstellung der Erde etwas zeitverschoben, weil die Astronomische Refraktion (Strahlenbrechung in der Atmosphäre) im Horizont etwa 0,6° ausmacht – die Sonne also um mehr als ihren Durchmesser gehoben erscheint.



